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Beim
Aufenthalt in Bach- und Flussbetten im Bereich von Kraftwerken setzen
sich die Menschen bewusst oder unbewusst, oft auch aus Unvorsichtigkeit,
unnötigen Gefahren aus. Die NOK als Betreiberin zahlreicher
Wasserkraftwerke haben grosses Interesse, die Öffentlichkeit über mögliche
Gefahren zu informieren.
Neu: 3 x Sirenenton und Warnmeldung
Bisher warnten eine Blinkleuchte und ein kleineres Horn am Hilfswehr des
Kraftwerkes Wildegg-Brugg vor dem steigenden Wasser im alten Aarelauf.
Deren Reichweite erwies sich wegen des Tageslichtes und der Umgebungsgeräusche
als ungenügende Ergänzung zu den bestehenden Warntafeln. Die NOK
wollen aber die Sicherheit der Erholungssuchenden in und am Flussbett
deutlich erhöhen. Zusammen mit einer Spezialfirma entwickelten sie ein
neues, wirksameres Warnsystem. Diese Pilotanlage besteht aus zwei netzunabhängigen
Anlagen mit
starkem Blinklicht und Lautsprechern: Eine beim Hilfswehr und eine rund
1,5 km weiter unten auf der linken Flussseite.
Sie verbreiten in drei Intervallen einen weithin hörbaren Sirenenton
von 20 Sekunden Dauer, gefolgt jeweils von der Warnung «Achtung
Hochwasser – bitte Flussbett verlassen!». Der durchdringende Ton von
550 Hertz übertrifft die üblichen Umgebungsgeräusche deutlich und ist
auf dem ganzen gefährdeten Flussabschnitt von rund zwei Kilometern Länge
zu hören.
Nach erfolgreichen Tests wurde die Anlage am 14. Juli durch das
Baudepartement des Kantons Aargau, Abteilung Landschaft & Gewässer,
offiziell abgenommen.
Wie an allen Bach- und Flussläufen im Einzugsgebiet von Kraftwerken
stehen auch entlang des alten Aarebettes beim Kraftwerk Wildegg-Brugg
zahlreiche Warntafeln. Diese weisen auf die Gefahr eines unvermittelten
Anstiegs des Wasserabflusses im Flussbett auch bei schönem Wetter hin.
Nur werden sie erfahrungsgemäss zu wenig beachtet, die möglichen
Gefahren durch schnell steigendes Wasser negiert. Das führt immer
wieder zu unangenehmen oder gefährlichen Situationen. Falls eine oder
beide Turbinen im nahen Kraftwerk aus technischen Gründen unvermittelt
abgestellt werden müssen, öffnen sich die Wehre zum alten Aarebett
hin, weil das von der Aare zufliessende Wasser nicht gestaut werden
kann. Dann strömen innert kurzer Zeit 200 oder gar 400 m3 Wasser pro
Sekunde durch den alten Aarelauf. Im Normalfall sind das lediglich 10
m3/Sekunde, was der gesetzlich vorgeschriebenen Restwassermenge
entspricht. Die als Picknickplätze beliebten Kiesinseln können plötzlich
nicht mehr verlassen werden oder werden gar überschwemmt. Üblicherweise
ist das Wasser in diesem Abschnitt nur knietief. Unverhoffte Hochwasser
können aber auch durch weit entfernte Wettereinflüsse auftreten. Übersteigt
diese zusätzliche Wassermenge das Schluckvermögen der Turbinen, öffnen
sich die Wehre im nötigen Umfang. Das ermöglicht den Weiterbetrieb des
Kraftwerkes, lässt im alten Aarelauf aber ebenfalls das Wasser
ansteigen.
Das Abstellen einer oder beider Turbinen-Generatoren-Gruppen kann aus
technischen Gründen jederzeit notwendig werden. Trotz aufwändigem
Unterhalt und sorgfältiger Überwachung können unverhofft sowohl an
mechanischen Teilen wie im elektrotechnischen Teil zum Abtransport des
produzierten Stroms Schäden eintreten. Dies kann zu
Schnellabschaltungen der Turbinen führen. Durch Öffnen der Haupt- und
Nebenwehre wird das Wasser in den alten Aarelauf umgeleitet um ein Überlaufen
des Oberwasserkanals zu verhindern.
Die NOK messen dem Schutz von Wanderern, Fischern und Erholungssuchenden
einen hohen Stellenwert zu. Fallen die Erfahrungen mit dieser
Pionieranlage positiv aus, dürfte das System auch in anderen Gewässerabschnitten
auf der Basis einer eingehenden Gefahrenanalyse zum Einsatz kommen. Im
Schosse des VSE wird derzeit ein Konzept zur Risikominderung von
Schwallwasserereignissen für alle Speicher- und Flusskraftwerke in der
Schweiz entwickelt, das im kommenden Herbst vorgestellt werden dürfte.
Axpo Holding AG
Corporate Communications
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